JLA #39 (Endausgabe von Dino)
AUTOR: J.M. DeMatteis, Devin Grayson
ZEICHNER: Mark Pajarillo, Ale Garza
Mit JLA# 39 wird es Zeit, Abschied von der monatlichen Serie zu nehmen. Die heftig diskutierte Entscheidung des Dino Verlags, die Abenteuer der Gerechtigkeitsliga zukünftig auf halbjährlich erscheinende Sonderbände umzustellen, begründet sich in der Übersättigung des Comic-Marktes und den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage. JLA 39 ist also in vielerlei Hinsicht Beachtung wert. Es ist schon etwas schade, dass die letzte Ausgabe nicht vom DreamTeam Morrison-Porter betreut wurde, da das Geschehen Teil des Day of Judgement-Events ist, müssen wieder mal die Ersatzleute vom Dienst ran. Nach den dramatischen Geschehen während des bereits erwähnten Jüngsten Gerichts befindet sich bekanntlich Altstar Hal Jordan im Körper des allmächtigen Spectre, was ja nicht von allen Helden ohne Kritik aufgefasst wurde. Gehörte die frühere Green Lantern auch zu DC's größten Helden, wurde der Charakter in den letzten Jahren völlig umgeschrieben und er vollzog als Parallax in einem wahnsinnigen Amok-Lauf eine der größten Wendungen in DC's Universum. Was also von vielen gefürchtet wurde, tritt ein, auch die neue Macht des Spectre bekommt Hal nicht besonders gut und es kommt zur direkten Konfontation mit der Liga. Nachdem der Day of Judgement-Sonderband als Enttäuschung des Jahres allenfalls noch als Trash in Erinnerung bleiben wird, bekommen wir mit JLA 39 eine erstaunlich gute Geschichte, die, wie nur wenige vor ihr, ein phantastisches Spiel mit den einzelnen, detailliert beschriebenen Charakterzügen der Helden vollführt. Der Spectre führt jeden einzelnen durch dessen persönliche Hölle, ein gnadenloses Psychoduell auf höchsten Niveau. Mir persönlich gefallen Stories mit größerer Chrakter-Interaktionen sowieso besser, als purer Action, in dieser Hinsicht hat J.M.Dematteis ganze Arbeit geleistet und lässt alle der beteiligten nachvollziehbar agieren. Auch Ersatzzeichner vom Dienst, Mark Pajarillo, leistet wieder gute Arbeit und kann als gelungene Alternative zu den gewohnten Porter-Zeichnungen gefallen.
In der Zweitserie, den Titans, geht es ein paar Gänge langsamer zur Sache. Im Grunde soll diese Geschichte nur auf den, im nächsten JLA-Special fortgesetzen, Kampf gegen Vandal Savage einstimmen. Devin Grayson erzählt sechs Parallelhandlungen, die zwar alle nicht besonders herrausragend sind, aber auch durchaus starke Momente haben (etwa als Raven eine sehr intime Szene zwischen Donna und Roy unterbricht). Der extravagante Zeichenstiel von Ale Garza tut sein übriges, um Titans#9 zum besseren Durchschnitt zu machen.
FAZIT:
Eine wirkliche gelungene Finalausgabe. Nach drei Dutzend JLA-Heften wird noch einmal ein Resümee-ziehender Einblick in die Hauptdarsteller geboten und ein kleiner Schlussstrich gezogen. Die Zweitstory bleibt da dezent im Hintergrund, Zeichnungen sind beide Male gelungen. Jeder, der mehr auf Handlung, denn auf Action steht, wird wohl mehr als zufrieden sein, unbedingt Lesen muss man die Geschichte jedoch nicht. Auch die Leserbetreuung ist ziemlich gelungen, nicht zuviel Werbung, einige Who is Who's und eine Art "Best of" der bisherigen Hefte runden die gelungene Ausgabe ab. Danach heißt es warten, bis Mitte November der JLA-Sonderband mit der langerwarteten, epischen Mageddon-Storyine beginnt.
© der Rezension liegt bei Lukas Wilder (alias Ruppoman) und Comicfanpage.de, kopieren nur mit schriftlicher Genehmigung und eindeutiger Quellenangabe
Alle in der Rezension benutzten Figuren sind trademarks von Dino AG