Edition 52

Das Grauen im Gemäuer

Neue Lovecraft-Geschichten

-

Text

Howard Phillips Lovecraft & Reinhard Kleist

Zeichnungen

Reinhard Kleist

Lettering

Andreas Michalke

EVT

Mai 2002

Seitenzahl

84 Seiten

Redaktion

Tobias O. Meißner

Preis

12 Euro

-

Inhalt

Reinhard Kleist hat sich wieder einmal seinem Lieblingsautor zugewandt und in diesem Werk vier Kurzgeschichten des Meisters adaptiert:
Der leuchtende Trapezoeder, in der ein Toter mit angstverzerrtem Gesicht in seinem Sessel gefunden wird. Im Rückblick erfährt der Leser die Verbindung zum schrecklichen Geheimnis einer uralten, gemiedenen Kirche;
Das Grauen von Red Hook, wo ein Mann auf das widernatürliche Schaffen seines Nachbarn Lovecraft aufmerksam wird und es aufzuhalten versucht;
Die Ratten im Gemäuer, wo wiederum im Rückblick die Erlebnisse eines mittlerweile in einer Irrenanstalt sitzenden Mannes aufgerollt werden, der beim Wiederaufbau seines Familien-Anwesens auf sonderbare Ratten und schließlich sein grausiges Familiengeheimnis stößt; und
Kühle Luft, in der ein Mann auf den merkwürdigen über ihm lebenden Menschen aufmerksam wird, der meint, dass sein Leben von einer ständig aufrechtzuerhaltenden Kälte abhängt.
Außerdem sind noch drei Seiten Galerie beigefügt, mit Lovecraft-Zeichnungen von Ulf K., Fil & Uli Oesterle.

-

Fazit

Für Lovecraft-Puristen ist dieses Comic sicherlich nicht zu empfehlen, da die Geschichten allesamt mehr oder minder verändert & stark verkürzt worden sind. Durch diese Kürze der Geschichten geht leider auch ein wichtiger Aspekt von Lovecraft verloren: Im Leser selbst durch nach und nach eingestreute Informationen und Hinweise das komplexe Bild des Schreckens zu erzeugen und so eine Tiefe zu erreichen, die Kleist leider abgeht.
Jedem anderen Horror-Fan - ob er nun Lovecraft schon kennt oder nicht - wird dieses Comic wahrscheinlich gefallen, da erstens die Geschichten so ausgewählt wurden, dass von Splatter-Elementen über fremdartige Wesen bis zu etwas subtilerem Grauen viele Horror-Aspekte enthalten sind, und zweitens Kleists Zeichnungen perfekt dafür geeignet sind, den Leser ebenso wie die beschriebenen Protagonisten unruhig immer weiter Geheimnisse zu erforschen zu lassen, von denen ihm die ganze Zeit bewusst ist, dass sie seiner geistigen Gesundheit eher abträglich sind.
Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein sehr gutes Horror-Comic, dass man gerne mehrmals liest, obwohl man es besser lassen sollte, wenn man nicht unbedingt anfangen möchte, hinter allem & jedem makabre Geheimnisse zu vermuten.

(7 Punkte) So bewerten wir

-

© 2002 by Abdul Alhazred & Comicfanpage (www.comicfanpage.de)

Das Grauen im Gemäuer and all related figures are trademarks of Edition 52 © 2002