Marvel Comics

Killraven #1

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Text

Joseph Michael Linsner, Eva Hopkins

Zeichnungen

Joseph Michael Linsner

Inking

Joseph Michael Linsner

Übersetzung

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Lettering

RS & Comicraft's Wes

EVT

Februar 2001

Kolorierung

Avalon Studios

Seitenzahl

22 Seiten

Redaktion

Joe Quesada, Stuart Moore, Kelly Lamy, Nanci Dakesian

Preis

2,99 $

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Rezension

Da dies eines der Marvel-Knights-Comics ist, die Marvel Deutschland nicht veröffentlicht, habe ich mir das US-Heft besorgt.

Es ist Mai 2020. Wir treffen in einem zerstörtem New Jersey Killraven, der von einer Marsmenschen-Jagd zurück kehrt. Er erzählt seinem Freund M'Shulla, was ihm widerfahren ist.

Als Killraven seine neue Waffe an einem Dreifuß, einem Waffenroboter der Marsianer, die immer zu dritt auftauchen, testen will, findet er im Inneren des 2. Dreifußes ein Labor, dass um die 50 Jahre lang nicht mehr betreten wurde. In diesem Labor befinden sich 25 Röhren, in denen sich Menschenleichen befinden. Jedoch lebt noch eine jungen Frau, die Killraven sofort befreit aus ihrem Kokon.

Sie heißt Alice, kommt aus dem Jahre 1976 und wollte sich mit ihren Freunden für 25 Jahre aus Widerstand leblos in den Röhren aufbewahren lassen. Jedoch, so erzählt ihr Killraven, haben die Marsianer 2001 die Erde an sich gerissen, so dass Alice und ihre Freunde nicht geweckt wurden und bis auf Alice alle staben. Dann erzählt Killraven ihr seine Geschichte. Er wurde als Sklave für dieMarsianer geboren und lernte schon früh zu töten. An ihm wurden Experimente gemacht, so dass er mit Marsianern kommunizieren kann, im Gegensatz zu allen anderen Menschen. Er konnte allerdings entkommen und bekämpft seitdem die Marsianer mit aller Kraft und will den Mars einnehmen, so wie der Mars einst die Erde einnahm. Alice Idee, mit seinen Kräften mit den Marsianern zu verhandeln leht Killraven deutlich ab. Ohnehin stehen sich mit Alice und Killraven zwei verschiedene Gruppen gegenüber. Die eine bevorzugt passiven, die andere aktiven Widerstand.

Als der dritte Dreifuß auftaucht sieht Alice zum ersten Mal ein Alien und will wieder zurück in ihren Kokon, da sie nicht in so einer gewalttätigen Welt leben will. Killraven lässt sie in Frieden ziehen und bekommt zum Abschied von Alice bezeichnenderweise einen Ring mit dem Peace-Symbol geschenkt. Zum Schluss ist Killraven, so im Übrigen sein Kampfname, nicht mehr ganz so vernarrt darauf, gleiches mit gleichem zu vergelten.

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Fazit

Ich habe mich nie für Sciencefiction erwärmen können, egal in welchem Medium. Mir waren solche Geschichten einfach zu unrealistisch, und deshalb zu langweilig. Fantasy liegt mir persönlich viel mehr, aber Sciencefiction ist mir zu verrückt. Mag sein das ich zu phantasielos für solchen Kram bin, aber dieser Comic hat es geschafft, dass ich ohne einen Gähner durch einen Sciencefiction-Comic gekommen bin.

Das liegt zuallererst daran, dass die Zeichnungen Linsners atemberaubend sind. Jede Figur ist genau so getroffen, wie sie beschrieben wird und sich verhält. Unterstützt durch die passende Kolorierung sind die Zeichnungen sehr schön. Alex Ross kann einpacken, das Duo Linsner/Avalon ist doppelt so gut. Niemand sieht häßlich aus, egal ob Marsmensch oder Hippiemädel. Das Durchblättern allein macht Spaß bei diesem Heft.

Es ist ein sehr ruhiges Comic, kein wildes Sciencefiction-Epos. Die Figuren sind wunderbar getroffen, und Alice sagt genau das, was ich mir auch gedacht habe. Ein Beispiel: Alice zu Killraven: <<"Killraven"? And I thought "Moonbeam" was a goofy name.>>. Einfach herrlich. Im ganzen Heft wird durch solche Szenen dieser sparsame, charmante Humor erzeugt. Der Charakterisierung zieht Linsner auch einer epischen Handlung vor, die in ihren besten Stellen nur aus dem Dialog zwischen Alice und Killraven besteht. Die Erkenntnis der Freiheit, die Killraven am Schluss zieht, ist typisch amerikanisch-kitschig, aber dennoch glaubwürdig.

Ein großes Problem besteht aber dennoch: Ich will unbedingt mehr davon. Vielleicht eine Monatsserie, die in diesem ruhigem Ton weitergeht und in der die Sci-Fi-Elemente nur sparsam eingesetzt werden. Irgendwie fehlt dem Heft ein echter Abschluss. Ich will nicht den ganzen Hintergrund zur Serie wissen ohne dass etwas weiteres passiert. Aber ohne Figuren wie Alice würde mir die Serie vermutlich nicht gefallen, da sie dann zu unglaubwürdig für mich wäre.

Trotzdem ist es eine Schande, dass dieses Heft von Marvel Deutschland ausgelassen wurde. Ich hoffe, dass die Leser vielleicht über die "Marvel Graphic Novel"-Serie in den Genuss dieses Spitzencomics kommen. Verkaufen sollte sich das Heft eigentlich sehr gut durch die Kunstgemälde von Linsner.

Wenn dieses Heft eine Nullnummer wäre würde ich mehr Punkte geben, aber da der Inhalt absolut nicht Oneshot-gerecht und die Story nicht gerade ausgereift ist gibt's nur

(7 Punkte). So bewerten wir

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